Beispielrechnung

Solana mit Verlust: Was bedeutet das steuerlich?

Krypto-Verluste sind kein reiner Schaden — steuerlich können sie gezielt genutzt werden. Ein Verlust aus einem Krypto-Trade mindert deinen steuerpflichtigen Gewinn und kann auf künftige Jahre vorgetragen werden.

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Mein Trade
CoinSolana (SOL)
Kaufdatum15. November 2023
Kaufpreis3.000 € (50 SOL à 60 €)
Verkaufsdatum20. März 2024
Verkaufspreis2.200 € (50 SOL à 44 €)
Haltefrist126 Tage
Verlust– 800 €

Was passiert bei einem Krypto-Verlust?

Verluste aus Krypto-Trades innerhalb der 1-Jahres-Haltefrist sind steuerlich verwertbar — sie können mit Gewinnen verrechnet oder auf Folgejahre vorgetragen werden.

Schritt 1 Verlust berechnen
Verkaufspreis: 2.200 € – Kaufpreis: - 3.000 € ──────────────────────── Verlust: - 800 €
Schritt 2 Verlustverrechnung im selben Jahr
Wenn du 2024 auch Gewinne aus anderen Krypto-Trades hattest, werden diese direkt verrechnet:
ETH-Gewinn 2024: + 2.000 € SOL-Verlust 2024: - 800 € ─────────────────────────────── Netto-Gewinn: + 1.200 € Freigrenze (§ 23): - 1.000 € ─────────────────────────────── Steuerpflichtig: + 200 €
Ersparnis durch Verlustverrechnung: 800 € weniger steuerpflichtig Ohne Verlustverrechnung wären 1.000 € steuerpflichtig, mit Verrechnung nur 200 €.
Schritt 3 Verlustvortrag wenn keine Gewinne vorhanden
Wenn du 2024 keine weiteren Gewinne hattest, bleibt der Verlust nicht verloren: Der Verlust von 800 € kann in der Steuererklärung als Verlustvortrag geltend gemacht werden Das Finanzamt merkt den Verlust vor und verrechnet ihn mit zukünftigen Krypto-Gewinnen Rechtsgrundlage: § 23 Abs. 3 Satz 9 EStG
Ergebnis
Verlust– 800 €
Steuer auf Verlust0 €
Verrechenbar mitanderen Krypto-Gewinnen 2024
Verlustvortrag möglich✓ Ja (Anlage SO)

Wichtig: Verluste unbedingt angeben

Häufiger Fehler: Viele Investoren geben Verluste nicht in der Steuererklärung an, weil sie denken "ich habe ja keinen Gewinn gemacht." Das ist ein Fehler — nicht angegebene Verluste verfallen und können nicht auf Folgejahre vorgetragen werden.

Auch wenn du keine Steuern zahlst: Verluste müssen aktiv beantragt werden (Anlage SO), damit sie erhalten bleiben.
Nicht verrechenbar: Verluste aus Krypto-Trades können nur mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften (§ 23 EStG) verrechnet werden — nicht mit Aktiengewinnen, Gehalt oder anderen Einkunftsarten.

Häufige Fragen zu diesem Beispiel

Kann ich den Verlust auch mit Gewinnen aus dem Vorjahr verrechnen?

Nein — ein Verlustrücktrag ist bei privaten Veräußerungsgeschäften nach § 23 EStG nicht möglich. Verluste können nur mit Gewinnen im selben Jahr oder in künftigen Jahren verrechnet werden.

Was, wenn ich den SOL nach mehr als 365 Tagen mit Verlust verkauft hätte?

Dann wäre der Verlust steuerlich nicht verwertbar. Verluste aus Verkäufen nach mehr als 365 Tagen Haltefrist können nicht mit anderen Gewinnen verrechnet werden — weder Verluste noch Gewinne zählen.

Wie lange kann ein Verlustvortrag genutzt werden?

Ein Verlustvortrag nach § 23 EStG kann unbegrenzt in Folgejahre vorgetragen werden, solange er in der Steuererklärung beantragt und vom Finanzamt festgestellt wurde.

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